Günter Grünwald

Da Sie das hier lesen, schätze ich, dass Sie nicht nur an meinem Werk, sondern auch an meiner Person interessiert sind. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dann übertreibe ich immer ein bisschen, dann wird das Portrait vielleicht nicht ganz so öde.

Also los geht's:

Mein Vater war Mafia Killer. Bekannt wurde er unter dem Namen: Lorenzo „der Süßwarenvertreter" Peringuero.

Meine Mutter hielt die Familie zusammen und organisierte das organisierte Verbrechen, das vorher ganz schön unorganisiert, - ja, sogar ein rechtes Durcheinander war.

Meine Geschwister waren das Vorbild für das großformatige Gemälde von Alfred Dürer „Die Rissel- Russel- Rasselbande" das im Louvre gleich beim Eingang links hängt.

Das „Marianne und Michael Gymnasium" in Ingolstadt weigerte sich, aufgrund meines Übertrittszeugnisses, mich in die Hochbegabtenklasse aufzunehmen, worauf mein Vater dem Direktor ein Angebot machte das er nicht ablehnen konnte. Dooferweise konnte der Direktor die Schrift meines Vaters auf dem Angebot nicht lesen und erhielt daraufhin ein sehr schön ruhig gelegenes Grab auf dem Westfriedhof. „Blut Blut Blut, alles voll von Blut" lautet seit damals die Inschrift über dem Portal der Schule.

Nach einer Karriere bei der Bundesbahn, der ich als Flottillenadmiral den Rücken kehrte, wurde ich Schriftführer, dann Schatzmeister und schließlich zweiter Vorsitzender beim Stopselclub Buxheim/Tauberfeld, bis ich mir vom Arbeitsamt eine Umschulungsmaßnahme zum Kabarettisten bezahlen ließ. Das Geld war gut angelegt und zeigt Rendite.