Bosheiten

Ach manchmal gibt es so wunderschöne Bosheiten, die oft überlesen werden. Wenn mir irgendwo was wunderbar Böses auffällt, werde ich nicht zögern, dies Euch erbarmungslos zu lesen zu geben. Sicher wird es kein Raab des Monats, aber vielleicht die Krähe des Monats...


Das muss doch mal getalkt werden (10.09.12)

Kotzt es einen nicht wirklich an? Gezwungenermaßen habe ich mir die letzten 2 Monate relativ viel TV in Deutschland angeschaut (also ca 1 Stunde täglich , gezwungenermaßen – naja weil ich meine DVDs nicht dabeihatte...). Am auffälligsten war zum einen die fortschreitende (oder besser gesagt regredierende ) Infantilisierung der Programme und der unaufhörliche Abstieg der öffentlich-rechtlichen Sender. Insbesondere fällt dies bei Talkshow aus, wo verzweifelt provokativ oder lustig verbrämt Pseudo-Nachstellungen verbaler Seeschlachten auf die Mattscheibe gebrannt werden. Wie Gartenzwergsstellungkriege werden bei Markus Lanz, bei Maischberger oder wie heißt doch der „Wie-wird-man-Millionär“ durch Fragen , der die Antworten eh schon weiß, ach ja der Jauch.... Meinungs-Militärs einander gegenübergestellt. Zitternd warten die Talkmaster (wieso „master“ , die meistern doch gar nichts...) auf den Ausbruch eines Streits, bitte bitte, beleidig den anderen – schlag ihn nieder , ist alles gut für die Quote ! Beliebt auch das lautstarke gleichzeitige Aufeinanderbrüllen aller Beteiligten, auch unter dem Namen Simultan-Gehörschaden bekannt. Das schöne ist dennoch bei all diesen Talks: Wenn sich jeder mindestens 5mal mit dem gleichen Zeugs wiederholt hat, ist die Sendung oft schlagartig zu Ende

Dazu reiht sich problemlos die pseudo-progressive Talkshow Roche & Böhmermann ins Bild, wo im Retrogriff an die Schiesser-Unterhose weitere verbale Umweltverschmutzung betrieben wird . Hach sind wir doch frech, sagen die Macher und schieben irgendeine Komik-Figur ins Bild, die den letzten Satz der Protagonisten respektlos kommentiert (das kenn ich doch von Pro7 und SAT1..). Aber im Endeffekt bleibt alles im gleichen spießigen TV-Mief, nach jedem Beitrag klatscht das eingeübte Publikum auf Ansage in der erwarteten Quotenlautstärke – ja, das ist zdf.kultur

 

Schluchz es ist vorbei (11.07.06)

Reden wir nicht mehr über Zizou und was er sagte und überhaupt, lasst uns die Kuriositäten anschauen: Die Statistiksucht der Amerikaner trieb wunderschöne Blüten – wir erfahren z.B. im US TV, dass 48% aller Ländermannschaften mit dem Anfangsbuchstaben U einen 1:0 Rückstand nicht vor der 73. Spielminute egalisieren konnte, dass 22% aller Spieler mit der Rückennummer 10 ihre Flanken mit dem linken Fuß treten und erstaunlicherweise 78% mit dem rechten Fuß. Faszinierend jedoch die Statistik betreff Ballbesitz: Im US-Fernsehen gab es Statistiken, in 60% der Fälle standen so einfallsreiche Infos wie Ballbesitz Togo 50% - Südkorea 50%, übertroffen allerdings im Spiel Angola – Portugal , wo der Ballbesitz folgendermaßen aufgezeigt wurde: Portugal 100% - Angola 0%. Ich blickte auf den TV und tatsächlich war kein Angolaner in Ballbesitz geschweige denn auf dem Platz – wohingegen die Portugiesen in der Kabine auf 3 Bällen saßen.
Faszinierend war auch der Patriotismus: Bush hatte den Ami-Jungs vor dem Spiel alles Gute gewünscht und von Sieg gesprochen – kein Wunder, dass sie mit 0:3 gegen die Tschechen eingingen – die USA war ja von der FIFA unerklärlicherweise auf Nr. 5 der Weltrangliste gesetzt, woraufhin die Zeitungen in den USA nach diese Niederlage den zu erwartenden "Titelgewinn" der USA in Frage stellten...

WM am Ende (10.07.06)

Italien Weltmeister.. gegen USA in punkto roten Karten, gegen Australien in punkto Hollywood "Signor Grosse und der Elfmeter" und gegen Frankreich im Kampfsport "Treten und Verbalinjurien"
Naja..dann lieber doch Deutschland, Argentinien oder Frankreich

Das kleine Einmaleins (Juni 2006)

Wer hat noch nicht über Werbung gelästert und sich über Pisa mokiert? Jeder, deshalb darf ich auch ein weiteres Besipiel zusteuern: Aus einer aktuellen Werbung: "Achtelfinale bei XYZ - deshalb gibt es jetzt auf alles 8% Rabatt" - Tja so geht das mit dem Rechner mit ein Achtel und 8% - viel Spaß an der Kasse!

Erbärmlich wie immer (19.11.2004)

Diesmal kann ich nur zitieren - in der Süddeutschen schreiben ofux/alex über die MTV Awards:
"Es war wie immer: Es ging um nichts. Und das sehr laut. Das Nichts wurde pompös inszeniert, orchestriert, choreografiert, diesmal auf einer Ultra-Stahl-Chrom-Glanz-Hydraulik-Bühne am Kolloseum in Rom und dann noch in einem 25 Meter hohen Zelt vor den Toren der Stadt. So viel Aufwand, nur damit eine Milliarde Fernsehzuschauer nichts zu sehen bekam. Eminem kam auf die Bühne. Gwen Stefani auch. Alicia Keys auch. Britney Spears kam nicht auf die Bühne, sondern per Video. Am nächsten Tag schrieb dpa, der "finster-flippige Rocker Ozzy Osbourne" habe einen Preis überreicht. Ein Abend, so laut und bunt und dumm wie in letzter Zeit das ganze Leben. Manchmal muss sogar im Feuilleton die Wahrheit unplugged stehen: Was für ein erbärmlicher Dreck."
Danke an die beiden SZler - hervorragend!

Unser Fähnelein weht rot-geld-blau (27.07.04)

Da soll man nicht paranoid werden. Hat sich nicht jeder schon mal gefragt, wie diese Ricola-Schlümpfe es mit ihren Singles immer wieder in die Charts schaffen ? Wieso geht das so einfach? Von Null auf 1 oder 2 oder 3. Wer kauft denn das Zeug? Oder wer spielt es? Und vor allem warum? Warum laufen die Charthitradioantennebayern3radiogongcharivariffhffnradionrw Moderatoren nicht Amok und kaufen sich einen Schredder? Kann diese Musik nicht einfach deleten? Oder gibt es da am Ende einen Geheimbund? Vielleicht weiß Dan Brown ja doch etwas... ein kleiner Hinweis tauchte doch beim Videoclip von Alexander auf. 3 Grazien im Bikini räkelten sich.. und was trugen sie für Bikinis? Rot - Gelb - Blau....- da nützt auch kein Publikumsjoker, wenn man es nicht auf Anhieb errät... dann mal ein kurzer Blick auf die Charts - Platz 1 - Dragostea din Tei - und wo kommen die her? Aus Rumänien? Und wie schaut die Flagge aus? ROT - GELB - BLAU
und Platz 2 - O-Zone! Woher? Bessarabien - nein, Moldavien - und was für einen Fußballdress haben di ? ROT - GELB - BLAU
Und jetzt die letzte Frage: Welche TV Sender verwendet die Farben Rot Gelb Blau?

An der Ekelgrenze (31.01.2004)

Würg, kotz, brech... ja - ich weiß ich habe eine Zeitlang nichts geschrieben ..natürlich hatte ich einiges Böses auf Lager, aber dann erschien es mir wieder zu unbedeutsam um hier irgendwie meine (und Ihre) Zeit zu verplempern.. Nachdem ich aber gestern beim Zappen bei Top of the Pops hängen blieb, und auf einmal Schwabbel-Werner und Konsorten inclusive Lisa Fitz auf die Bühne holperten und den Dschungelsong zum Besten gaben, hielt es mein Magendarmtrakt wirklich nicht mehr aus.. Ich will die Sauerei ja nicht beschreiben, aber lieber gehe ich noch freiwillig zur Dschungelprüfung als diesen Song nochmals zu hören. Kaum hatte ich mich erholt, wurde ich von weiteren schweren Koliken geschüttelt, als eine ominöse Sängerin namens Novaspace sich an Beds are burning von Midnight Oil vergriff. Tja, wenn man den Song für die Landrechte der Aborigenes so verhunzt, kann man nur noch sagen : How can you sing, when you are burning - und wer mag, kann dies als Aufruf zur Schlampenverbrennung auffassen...

Wo gibt es einen Strick? (08.10.2003)

Die Verzweiflung hält an, nein, ich spreche nicht von Schwarzenegger als Arnie the Gouvernie in Californation Country, ich spreche nicht von den Wünschelrutengehern der US Army nach Massenvernichtungswaffen im Irak...ich spreche nicht einmal von Bohlens zweitem Verbalpraecox.. nein, wer den Bandnamen PreLUDERS für die Nachfolgerinnen der No Angels erfunden hat, dem sei die islamische Scharia gewiss.. bis zum Kopf in Sand eingraben und steinigen...
Es soll ja Frauen geben, die sich alles gefallen lassen...

Malaysia Reality TV (05.10.2003)

Ich werde in letzter Zeit das Gefühl nicht los, dass ich mich in einer Reality Show befinde, die auf Malaysia TV oder nur auf den Kerguelen ausgestrahlt wird und sich Leute bekackeiern, wie ich mich immer ein kleines bisschen lächerlich mache oder sie sich zumindest fragen, wie wird er damit fertig:
Gestern z.B. war ich in einem vietnamesischen Restaurant, das äußerst beliebt und begehrt ist. Ich bestelle einen Vietnam Feuertopf, um danach mit einem kleinen Gasherd, einer Schüssel Gemüse und Gewürze, viel rohem Fleisch und Fisch, diversen Sossen und einem Töpfchen mit Wasser konfrontiert zu sein - ich in froher Erwartung bei einem Feuertopf ein flambiertes exquisites Menue zu bekommen, war bitter enttäuscht - ich durfte und sollte alles selber am Tisch kochen - und das für 16,50 Euro - Das nenn ich clevere ABM-Politik! Nachdem ich das Lokal geputzt und geschrubbt hatte, bezahlte ich mir 5 Euro die Stunde aus und ging zufrieden nachhause, nachdem ich mir eine Übernachtungspauschale von 60 Euro genehmigt hatte...

Currywurst mit Blattgold (07.09.03)

Kein Mensch wird mir das glauben, aber ich habe mich gerade unter dem Sauerstoffzelt erhoben, nachdem ich 90 Minuten aus dem Rotlichtbezirk der Comedy erdulden musste. Da prostituieren sich mehr oder weniger begabte Comedians in einer Sendung des WDR heute unter dem Titel "Stand-up-Comedy-Festival" oder war"s "Comedy Rotation" (das lief zumindest auf der Screen im Background, unter dem Motto "Bis es Euch gefällt!!!) unter der Anleitung der unsäglichen Bärbel Schäfer als Moderatorin (Mann , war die lustig) und Knacki Deuser, der einem eigentlich nur leid tun kann, weil man echt nicht weiß: "Muss er das jetzt machen?", "Hat er einen Knebelvertrag?" oder erpresst ihn die Kölner Medienmafia? Zur Tarnung der Witzwäsche wurde das Ganze nach Düsseldorf verlegt, wo die einzigen, die wirklich Spaß dran hatten, außerhalb der 3 Venues "Curry", "Das Gasthaus" und "Zollstock" literweise Alt in sich reinkippten. Drei der 6 oder 7 Comedians verwendeten (man konnte sie relativ leicht verwechseln, da ihre Thematik auffallend dem pubertären Hüttenabend von anno 1967 beim Skikurs in Ruhpolding ähnelte (wobei die Herren - es waren übrigens NUR Herren - alle inzwischen die 30 wohl überschritten hatten, also als BRAVO oder YAM Zielgruppe völlig verfehlt waren), mindestens 50% der Körpersprache bei einem Comedian namens MM geklaut war (die abgekupferten Gags lasse ich mal aus Gnadengründen unter den Tisch fallen..ich sage nur Deutsche BA, Ponderosa, etc pp - wer einige der Gags in besserer Version gesammelt und komprimiert haben will, kaufe sich die DVDs "Zapped" oder "Back to Life") zu allem Übel auch noch 3 szenische komische Situationen, die in der Sauna spielten (bei 7 Mitwirkenden!) ..Sehr witzig... Dass ein Amerikaner vor lauter Prüderie da Probleme mit offen liegenden Körperteilen hat, dass ein Engländer ihm beipflichten muss (und dass trotz SUN), geht ja noch, aber deutsche Komiker auch noch??? Nein Leute, es war nicht RTL oder SAT 1 - es war der WDR, der diese gequirlte Comedydurchfall noch produzierte. Der NRW-Medien-Imperialismus feiert Triumphe und ich kann leider nur zu den 7 Comedians sagen, sorry Leute, ihr wart nicht lustig, warum bewerbt ihr Euch nicht bei der Deutschen BA? oder bei Wüstenrot? Oder Toyota soll ja auch mal einen Witzbold bezahlt haben? - Und seit dieser Sendung weiß ich auch, warum viele Daniel Küblböck lustig finden ...die anderen sind auch nicht besser!

Die Arroganz der 1.Welt im SPIEGEL (20.08.2003)

Es stimmt einen immer wieder befremdlich, ja verleitet sogar zu intensivem Kopfschütteln, wenn ein Rezensent wie Urs Jenny bar jeder Kenntnis von Maori Kultur (und zudem wohl äußerst mangelhafter Kenntnis Neuseelands) aus einer süffisanten Arroganz heraus, seine besserwisserischen Thesen zu Whale Rider verbreitet.

Außer ganz wenigen Maoris - und es sind erheblich mehr als die paar Tausend, die Urs Jenny vermeint ihrer eigenen Sprache mächtig zu sein - sprechen alle Maoris nicht nur ein passables, sondern ausgezeichnetes Englisch, was ja auch daher rührt, dass Englisch die Schrift- und Umgangssprache in Neuseeland ist und (aufgemerkt, Herr Jenny) Maori als Sprache jahrzehntelang verpöhnt, wenn nicht gar verboten war. In den Schulen gab es vor Jahren fürs Maori-Sprechen erst einmal ein paar hinter die Löffel. Erst seit circa 10-15 Jahren entstand eine Renaissance des Maori, was bedeutet , dass derzeit Eltern und Kinder ihre originäre Sprache gemeinsam wieder erlernen und in kohanga reos ("Sprachnestern") zurück zu ihrer Vergangenheit finden müssen. Dass immer mehr Worte inzwischen ihren Weg ins neuseeländische Englisch finden, ist ein erfreulicher Nebeneffekt (wie z.B. whangaied für adopiert, iwi für stamm, usw).

In bestimmten Gegenden (East Cape - auch eben in der Gegend um Whangara oder auch im Far North), beträgt der Anteil der Maoris an der Bevölkerung durchaus 60-70% - auch hier hätte sich Herr Jenny durchaus mal informieren können. Dass Neuseeland einer Schönwetterwelt ist, dafür können die Maoris nichts, aber wenn Urs Jenny die soziale Armut - man nehme nur den Vater von Hemi - nicht sieht, dann hat er sich wahrscheinlich grade PopCorn gekauft oder brauchen die Deutschen immer ihr Drittes-Welt-Leid mit Blähbäuchen und Fadenwürmern?

Und was er mit proletarisierten Stadtmenschen meint, bleibt völlig wirr, denn
a) gibt es nur eine größere Stadt mit über 1 Million Einwohner (Auckland) - der Rest firmiert - mit Ausnahme von Wellington und Christchurch - beim besten Willen nicht mehr als größere ländliche Marktflecken
b)gibt es kaum Industrie in Neuseeland - also von wegen Proletariat im marxistischen Sinn und
c) werden alle Formen mit "prolet" inzwischen umgangssprachlich mit "ungehobelter, ungebildeter Mensch" gleichgesetzt, so dass "proletarisierte Stadtbewohner" schon an der Grenze zur Beleidigung steht.

Peinlich wird es allerdings, wenn Herr Jenny den Hongi als zärtliches Nasenreiben bezeichnet - der Hongi - so folkloristisch wie in Deutschland das Händeschütteln - ist ein Aneinanderpressen oder Berühren von Stirn- und Nasenrücken und dient als Symbol für "Wir atmen den gleichen Atem", der Haka mit Zunge-Herausstrecken und/oder Augenrollen ist eine Herausforderung, ein Ausdruck hoher Leidenschaft und Emotion - und das hat verdammt wenig mit folkloristischen Schuhplattln oder ähnlichem zu tun.

Um Herrn Urs Jenny Gelegenheit zu geben, sich über den "Kaufmann von Venedig" in Maori zu informieren, verweise ich ihn mit Freude auf die http://www.maorimerchantofvenice.com/ , hier findet er alle notwendigen Informationen, die ihm noch fehlen.

Einwegzwangspfandverpackung (23.01.2003)

HL Supermarkt Schild

Frösche zahlen nicht! (09.02.2002)

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Unverfrorenheit sogenannte Literaten sich in den Trash-Medien prostituieren. Michael Houellebecq - auch der Froschkönig genannt - blickt neidvoll auf seine Kollegin Catherine Millet, die mit ihrem faden Anatomie-Buch "Das sexuelle Leben der Cathérine M" die Buchcharts erstürmte. Wohl hofften manche Leser endlich wieder ein vernünftiges erotisches Buch zu lesen, doch so freudlos und öde wie Madame Cathérine ihre sexuellen Eskapaden erlebte, kann ich ihr nicht verdenken, daß sie jetzt lieber Bücher schreibt oder sich wieder mit Kunsthistorik befasst. Oder lag es etwa an den französischen Männern? Wenn Michael Houellebecq unter ihren Legionen von Sexualpartnern war, würde es mich nicht wundern, daß ihr sämtliche Glieder eingeschlafen sind, sagt er doch "Verführung ist doch Zeitverschwendung" - ich nehme mal an, dass das Lesen seines Buches "Plattform" ebenfalls unter die Rubrik Zeitverschwendung fällt. Jedoch muss man ihm zugestehen, dass er mit der platten Form in "Plattform" zumindest den richtigen Titel gefunden hat. Er, der ja den Sextourismus in Drittweltländern als das wahre Ei des Kolumbus bezeichnet, hat wohl den Media Markt Spruch "Ich kann ja nur billig" völlig verinnerlicht. Im Roman zumindest beenden Osama bin Ladens fünfte Kolonnen recht blutig Houellebecqs "perfekte Tauschsituation". Die Frage bleibt offen, ob den beiden Protagonisten des Romans doch der Baht-Umrechnungskurs nicht geheuer war. Andere Möglichkeit: Houellebecq wollte ja angeblich in München bei seiner Lesereise einen Swingerclub besuchen. Er tat es nicht. Die simple Lösung ist: der Eintritt war zu teuer, die wahrscheinliche Lösung - man lässt Froschgesichter nicht einmal in Münchner Swingerclubs rein.

Oh Gott, nicht schon wieder eine Preisverleihung (09.11.01)

Es wird zur Sucht - verschont mich, der deutsche Filmpreis, der Echo, der Grammy, der deutsche Fernsehpreis, die goldene Europa, die goldene Kamera, der deutsche Comedypreis, der xy-award, der MTV Award ..gibt es denn nur noch Preise ???

Und wenn schon, warum nicht gleich in €??

1000 Meilen für die Liebe (08.11.01)

Wenn es einen gezielten Mordversuch gibt, dann war es der ZDF-Zweiteiler von 4. und 5.November mit einer Reise durch das Outback Australiens. Verzweifelt flehte man den Fluch der Aborigenes auf die Darsteller, den Regisseur und vor allem auch den Redakteur herbei, oder war das Ganze eine als Filmprojekt getarnte Urlaubsreise.

Bankräuber läßt 1,5 Millionen Euro liegen (02.10.01)

Ist es nicht schrecklich? Die Zukunft des € schaut wirklich zappenduster aus. Ein Bankräuber überfiel die Raiffeisenbank in Germering. Aus dem Tresor entwendete er 330.000 Mark, die ebenfalls im Tresor liegenden 1,5 Millionen Euro ließ er desinteressiert liegen und flüchtete. Meine Zukunftsprognosen für den Euro sinken im Moment ins Bodenlose.

Verschollen im Schwachsinn (31.03.2001)

Da sitzt man nun monatelang vor dem Kinoprogramm und sagt sich - also das nächste Mal "kein Kabarett", "keine Comedy", da gehen wir wieder ins Kino - und wer sagts denn - es ist dermaßen voll bei Andreas Giebels neuem Programm, die Luft zum Schneiden und als Ex-Raucher muß man sich ja nicht gerade ins Drogenumfeld setzen, also Change of Plans: Ja, man fühlt sich ein bißchen "ausgestossen" - und somit "Nomen est Omen" Marsch an die nächste Kinokasse und Karten für Castaway - Verschollen besorgt (Freitag Abend - eh ausverkauft, also Spätvorstellung) - nun ja noch 2 Stunden Zeit, man isst, man trinkt (schon auf Vorrat, der Film geht ja schließlich um den schiffbrüchigen Tom Hanks, der auf einer einsamen Südseeinsel strandet (die kennt natürlich keine Sau, hej liebe Filmemacher, noch nie etwas vom Club Med gehört ?)). Die Story ist eigentlich schnell erzählt: Ein FedEx-Mann, der Zeitlassen als Sünde empfindet und versucht die Lieferzeiten von Päckchen zu verkürzen, fliegt über den Pazifik, dummerweise stürzt nach massivsten Produktplacement die Maschine ab und Tom Hanks strandet als Forrest Gump, sorry nein, natürlich als Robinson auf einer wasserlosen (sic!) und außer Kokosnüssen recht essensfreien Insel. Amis lieben Märchen und unser kleiner Ökoausteiger lernt langsam aber sicher die Tücken der Zivilisation kennen. Sie ist nämlich nicht da und er muß ein Hochleistungssurvival-Training durchstehen mit Regenwasser und Feuerstäbchen reiben, damit es den FedEx-Buben nicht friert - kurz und gut all das was einem bei einem stinknormalern Managementwochenendselbsterfahrungskurs auch auferlegt wird.

Nach vier Jahren nicht verdurstet? Nur mit Regenwasser? Da könnte RTL 2 doch ein paar Volldeppen in einen Container stecken und "Big Thirst" drehen.
Soweit so gut und ein paar schöne Landschafts-Bilder sind auch noch dabei. Aber dann nach seiner Rettung (ich erspare dem Lesen die Hollywood-Details - ich kämpfte verzweifelt gegen ein Schlafbedürfnis an) wird es heftig - er kehrt zurück, die Turbokapitalisten von FedEx nehmen ihn in Ehren wieder auf, seine Ex-Freundin (natürlich inzwischen verheiratet) wird angesichts seiner etwas verspäteten Rettung und seines Anblicks ohnmächtig. Ja sind wir denn bei Courths-Mahler? Und dabei hatte sich der Forest-Bub sogar rasiert und die Dreadlocks abgeschnipselt! Natürlich läuft sie ihm nach – er fährt wieder mit seinem altes Geländefahrzeug (tja, das hätte man auf der Insel gebraucht) der Sonne und einer neuen Liebe entgegen ...Ob er inzwischen Werbung für die Aktie Gelb macht?

Trauma-Zeit für Frauen (22.01.01)

Auch das ZDF trat wieder einmal massiv den Beweis an, daß es es in punkto Niveau mit jedem Privatsender leicht aufnehmen kann. Eine Meisterleistung an absoluter Dämlichkeit war in punkto Regie und Schauspielern die Verfilmung von Barbara Woods Australien-Buch "Traumzeit". Dieses Machwerk appellierte an die niedrigsten Instinkte bei Frauen – an esoterische Ganglienverwirrungen, an Pseudoemotions-Synapsen und Freudianische Hysteriebulimien. In der Programmzeitschrift war mir als Australienfan dieser Film "..mit herrlichen Landschaftsaufnahmen..." schmackhaft gemacht worden. Ob das Ganze in einem Grünwalder Studio gedreht worden war oder ob es die Känguruhs aus dem Tierpark Hellabrunn waren, wurde mir leider bis zum Schluß nicht klar. Für letzteres spricht, daß auch die australischen Aborigenes eher wie eine ABM-Maßnahme für kosovarische und westafrikanische Asylanten aussahen. Ansonsten wurde geliebt und gehasst, intrigiert und versöhnt, gelitten und geweint – blonde Männer waren tapfer und liebevoll, schwarzhaarige Frauen waren böse und gemein – politisch korrekt waren auch ein paar Eingeborene mit spiritualistischem Ansatz zu sehen, die den Frevel und den Fluch wieder aufheben konnten - das alles war gut und gerne mit einem 500-Silben Deutsch-Wortschatz zu bewältigen. Irgendwann gab es nach 180 Minuten auch für mich ein Happyend – die Videokassette war am Ende.

Jenny BSE Elvers (19.12.2000)

Würde man nicht sicher sein, sie wäre ein Mensch mit zwei Eutern, könnte man wirklich denken sie wäre eine Kreuzung einer Creutzfeldt-Jakob-Kuh mit einer Hirnwurst. Anders kann man sich die Fotohomestory "Mein kleiner Alex" nicht erklären. Da schweigt selbst der Satiriker.

Bayern Popper (13.11.2000)

Wem es nach Wetten dass einfach langweilig war und weder Helau Big und Alaaf Brother sehen wollte, landete unweigerlich mit weiteren 49999 Nischenzuschauern beim Bayerischen Fernsehen, denn die BR-Rocknacht am 11.11.2000 mit Konzertausschnitten von Eros Ramazotti bis Joe Cocker klang ja wirklich toll. Aber was war denn das? Dass sich das Bayerischen Fernsehen wie alle anderen Sender aus ihrem Archiv bedienen ist ja ok, aber das als Aufzeichnung aus der Georg-Elser-Halle in München zu präsentieren, grenzt schon an visuelle Körperverletzung.
Denn wir sahen da nicht unsere alten Lieblinge wie die EAV, Stephan Remmler von Trio und UB 40 in Grossaufnahme, wir konnten uns nicht über die seltsamen Klamotten mokieren, die diese Superstars trugen, wir konnten uns nicht einmal darauf konzentrieren, kannte ich jetzt diesen Song dieser völlig unbekannten Band – oder leide ich schon unter schwerstem Alzheimer und die dominierten damals die Hitparade?– Nein, nein – das Bayerische Fernsehen vergewaltigte unsere Augäpfel und fühlte unseren 67cm TV-Bildschirm zu einem guten Drittel mit einem aus der letzten Weihnachtdekoration übriggebliebenen Lauflicht, ein Viertel vielleicht blieb unseren antiquarischen Hitparadenstürmern im rechten unteren Sektor überlassen, wo sie nicht besonders auffielen, so klein waren sie – jedoch die Dominanz wurde dem brandaktuellen Bildmaterial aus dem Kunstpark Ost überlassen. Was sahen wir da?
Ein pseudogutgelaunter Christoph Süß (also bei „Quer" bist Du besser!) als Moderator verkleidet, bewegte sich irgendwie zwischen mehreren Alu-Stangenschlampen, die schon bei der letzten KPO-Müllentsorgung vergessen worden waren. Diese präsentierten unterhalb ihrer mehr oder weniger frischen Kalbsbrüstchen (einige durchaus hormonbehandelt) zwischen diversen Wülsten einen gepiercten Bauchnabel, wahlweise durfte der mit gottseidank nur einer Kamera ausgestatteten Director of Photography schräg von unten die Slipeinlagen unserer Boutique-Nasenbohrerinnen erhaschen und zur Preisfrage aufrufen: "Hat sie was an unter dem Minirock oder nicht?" – Man wurde bevor man überhaupt genauer hinschauen konnte, sofort mit einem Blick auf dralle Schenkel bestraft, während die heissesten Bands der letzten Jahrzehnte im Schummerlicht des rechten unteren Bildschirm verschwammen. Die Mädels, die aussahen wie Hitlerjugend im Fasching, schlenkerten mit ihren Armen immer im gleichen Rhythmus, ob nun STS ihr uraltes „I will wieder ham nach Fürstenfeld" runterschrubbten, oder die United Balls ihr „Pogo in Togo" verpunkten. Nun ziehe ich inzwischen sowieso schon eine Magenspiegelung jeder Table Dance Bar vor, aber diese Sendung hat mich sofort einen Antrag auf Vasektomie ausfüllen lassen. Das einzig gute: Der Ton blieb original.

Los Wochos dos Dummheit (20.11.03)

In diesen Tagen konkurrieren die Braindeads aus aller Welt um den Preis der peinlichsten Blödheit oder auch des perfidesten Zynismus. War schon die Meldung aus der Süddeutschen aus Mauretanien heavy stuff - die fabrizieren dort eine Käse aus geronnener Kamelmilch, wie auch immer der schmecken wird und können ihn nicht exportieren, weil die Industrienationen den Import verhindern und stattdessen nur an Lizenzen für den Fischfang vor der Küste vor Mauretanien interessiert sind (das war der Oscar auf dem Weltzynikerkongress des Jahres) - so wurde sie übertroffen von dem Report über den Auftritt von Justin Timberlake in München (ich gebe zu, ich war nicht dort), der dort glatt den Song "I"m just lovin" it" - der Werbespot von McDonalds - sang und dazu auf der Videoscreen im Background das Logo von Mäcki lief. Gab es nicht ein Gesetz, dass Sänger wegen ähnlicher Handlungen die Stimmbänder rausgerissen wurden ..so ein Mist - jetzt muss ich Crying a River mit der Nagelfeile behandeln ..,schad drum

Däumlinge allerorten (29.10.2000)

Es ist grauenvoll aber seit Daums Koksaffäre, stürzen sich hämische Kabarattisten auf das Thema, als wäre es eine Monsterline. Ok, Gags sind ja ok, aber dieses verzweifelte Bemühen, wie kann ich einen noch seichteren Gag zum dem Thema lancieren, lässt einen schon an der Message der selbsternannten Satiriker zweifeln. Der Drang zum grossen Geld (um sich dann Koks kaufen zu können???) wird umso peinlicher, wenn sich jetzt jeder erfolglose und halbberühmte Komiker was aus Mittermeiers "Zapped" abstaubt, sei es die Rettungpfeife aus dem Flugzeug oder den "Turnbeutelvergesser" oder den "G-Punkt" - naja die "Schuldigen" werden schon wissen, wen ich meine... - Leute, gebt es auf, Ihr werdet es so auf keinen Fall schaffen...

Schrott des Monats "The Beach" (01.09.2000)

Sie lagen vor Ko Phangan und hatten Ecstasy an Bord. Der Schrott des Monats September ist auf jeden Fall " The Beach " mit jenem grauenvollen Leonardo di Caprio. Man fragt sich wirklich, war der Regisseur wirklich mal in Thailand? Oder dient das ganze wieder nur dazu einem amerikanischen Schmierenschauspieler die Millionen $$$ in den H... zu schieben. Wie traurig ist es doch, wenn auf Ko Phangan inzwischen der Verkehr á la Bangkok rollt - und warum muß man eigentlich aus jedem Briten einen amerikanischen "Schönling" machen???